Ein neuer Wind wehte am vergangenen Wochenende in Neumünster – und das lag nicht nur an den tiefwinterlichen Temperaturen im Norden. Unter dem neuen Zuchtleiter Neel-Heinrich Schoof körte die Kommission einen äußerst bunten Reigen an Junghengsten. Nicht nur farblich, sondern auch betreffend ihrer Pedigrees waren die künftigen Vatertiere durchaus vielseitig. Ein erfreuliches Statement des Verbandes und eine klare Ansage an die Züchter, sich auch mal „etwas zu trauen“ und vielleicht doch die „Outcross-Anpaarung“ zu wagen …
Der dunkelbraune Siegerhengst Kap Verde v. Helium x Ivernel war zwar abstammungsmäßig dem Dressurlager zuzurechnen, zeigte sich aber auch in der Freispringgasse patent und setzte sich nach dem Freilaufen klar an die Spitze. Er wurde bei der Auktion um 350.000 Euro an Familie Meggle zugeschlagen und wechselt somit wie auch der Vorjahressieger Kaiser’s Erbe in den Zuchtbezirk Bayern/Österreich.
Aus österreichischer Sicht wurde gleich mehrfach gejubelt, als es hieß: „Der Hengst ist gekört.“ So freute sich Gertraud Zechner, die gemeinsam mit Züchter Ruger Westphal den Hengstmarkt verfolgte, über die Körung eines Sohnes ihres Pagur ox. Die Katalognummer 1, Ataman (Pagur ox x Troupier x) wusste sich über alle drei Tage hervorragend zu präsentieren. Auch in der Sprunggasse lieferte der Hengst, der auch als bester Halbbluthengst herausgestellt wurde, eine ansehnliche Vorstellung ab. Er wird künftig seine Box im Stall von Vielseitigkeitsprofi Andreas Ostholt beziehen.
Heidi Wahlen aus Wien ist die Züchterin der Katalognummer 4, Wie Gold. Der Sohn des All Inclusive aus einer Halbblutstute von Cadeau wurde gekört und wurde ins Rheinland zugeschlagen. Aussteller des Dunkelfuchses war die Besitzergemeinschaft Bunte und Derlin. Die Freude bei Verkündung des Körergebnisses war allen Beteiligten anzusehen.
Dominik Hartl aus Oberösterreich stellte einen Junghengst des einstigen Siegerhengstes Perpignan Noir aus. Perpignan Noir wurde seinerzeit von Karl Ochsner und Dominik Hartl (Trakehner for Life) erworben. Monsieur Perpignan aus der Zucht des Hauses Vester wurde von Hartl als Fohlen entdeckt. Der Junghengst aus einer Mutter von Impetus stand nicht zum Verkauf und wird weiter von Trakehner for Life gefördert.

Bei der Reitpferde-Auktion am Freitag wurde der sprunggewaltige Fuchs Libelas von Viskis x Araratas nach Österreich ins Burgenland zugeschlagen und soll seine Sportkarriere weiter fortsetzen.
Eine besondere Offerte war Sonnenröschen aus der Zucht von Conny Hörtlackner. Die gangstarke Fuchsstute verzauberte Jens Düren, er sicherte sich die Banderas-Tochter aus einer Mutter von Lowelas für seinen Trakehnerhof Elsenroth.
Auch der Millennium-Sohn Henry Higgins (M. v. Münchhausen), für den es nicht ganz zum positiven Körurteil reichte, wurde in österreichischen Besitz verkauft. Er wird nach einer verdienten Pause auf seine Karriere als Reitpferd vorbereitet werden.
Am Freitagabend wurde außerdem im Rahmen der Galaschau Österreichs frisch gebackener Staatsmeisterin Lea Siegl die Goldene Ehrennadel des Trakehner Verbandes verliehen für ihre Erfolge mit Lebenstraum und Sternenzauberin (Besitzer: Karl Ochsner).
Wir gratulieren allen Züchtern und Ausstellern und wünschen den neuen Besitzern viel Erfolg und Glück mit ihren tollen Trakehner Pferden!
Text und Foto: Michaela Braune
